Venedig - Vor ein paar Tagen schien es in Venedig fast wieder zu sein wie immer: Touristen standen auf schmalen Brücken, meinten in schmalen Gängen ein Selfie machen zu müssen, handyfilmten mit Ton und drängelten sich auf den Vaporetti-Wasserbussen. Die Souvenirstände mit nachgemachten Murano-Glasanhängern hatten geöffnet, sogar einige Straßenhändler versuchten sich wieder.

Im Unterschied zum massentouristischen Normal-Irrsinn, der Venedig genannt wird, waren es nun aber vor allem Italiener, die sich die Stadt eroberten, selbstverständlich mit Maske. Wie die Kennzeichen im Parkhaus an der Piazzale di Roma zeigten, kamen viele davon aus jenen norditalienischen Städten, die einst stolze Untertanen der Republik Venedig waren. Sie staunten über die Schönheit Venedigs, in dem nunmehr kaum Chinesisch, Englisch, Deutsch, Japanisch oder Russisch gesprochen wurde. Und dann startete wider allen Erwartens um neun Uhr auf dem Bacino zwischen dem Dogenpalast und San Giorgio Maggiore mit einem Hoch auf die Herrscherin der Meere die Vogalonga, jene legendäre Rundfahrt von der Dogana durch die nördliche Lagune bis zum Inselstädtchen Burano und zurück zum Canal Grande. In der Regel zieht diese 15.000 Teilnehmer an, jetzt waren es etwa 250 Boote mit weniger als 1000 Teilnehmern.

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