Im Jahr 1957 entwarf Vance Packard in seinem Buch „Die geheimen Verführer“ das Menschenbild eines ohnmächtigen, von Medien und Werbung manipulierbaren Konsumenten. Im darauffolgenden Jahrzehnt entfaltete sich dieses Selbstgefühl zum „Konsumterror“, dem sich eine protestierende Jugend ausgesetzt sah. Erst in den Achtzigerjahren nahmen die weiterhin passiv Fernsehenden die Sache wieder selbst in die Hand. Mit dem Aufkommen von mehr und mehr Privatsendern wurde die Fernbedienung zu einem Werkzeug der Selbstermächtigung. Der Zuschauer wurde aktiv, er übernahm nun die Bildregie selbst.

In den Neunzigern öffnete sich mit dem World Wide Web ein Traum des in sein Hamstertretrad aus einer Handvoll TV-Programme eingesperrten Zusehers. Jeder Klick auf einen Online-Link öffnete quasi ein weiteres Programm in einer neuartigen Unterhaltungs- und Informationsunendlichkeit. Dem Netz hing der Ruf an, anarchistisch und unkontrollierbar zu sein, ein digitaler Dschungel, durchstreift von Hackern, Atomphysikern, Kreditkartendieben und Pornografen. Abenteuer!

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