Humanismus ist in der Musik meist ein leeres Wort. Nur weil jemand Beethovens Neunte mit ihrem „Alle Menschen werden Brüder“ dirigiert, heißt das noch nicht, dass er diese Botschaft als Person vertreten würde. Gerade die deutsche Musikgeschichte hat viel zu erzählen von Musikern, die ihre künstlerischen Leistungen vorschoben, um sich politisch herauszuhalten, und nicht verstanden, dass es auf ihren öffentlichen Positionen kein Heraushalten mehr gibt. Wilhelm Furtwängler, der große, wenn nicht größte Dirigent deutscher Musik, hat in seinen privaten Aufzeichnungen eifrig über die humanistischen Botschaften dieser Werke räsonniert – und am Ende doch Beethovens Neunte zu Hitlers Geburtstag aufgeführt.

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