Emily Robison (v. l.), Natalie Maines und Martie Maguire von den Chicks.
Foto: dpa/Gus Ruelas/A-RUELAS

BerlinUmbenennungen sind in der kurzen Geschichte des Pop nicht ungewöhnlich. Die 1965 in San Francisco gegründete Band Jefferson Airplane, die als Mitbegründer des Psychedelic Rock gelten und während des Festivals in Woodstock vor bald 51 Jahren einen legendären Auftritt hatten, hießen später Jefferson Starship, anschließend Starship, dann Jefferson Starship – The Next Generation oder auch nur The Airplane. In der Luftfahrt ist halt immer mit Turbulenzen zu rechnen.

Unter verschiedenen Bandnamen hat sich auch Eric Burdon versucht, der in den 60er-Jahren mit den Animals begann, aber auch unter Eric Burdon & The Animals firmierte, später mit The New Animals auftrat und zwischendurch das Projekt Eric Burdon & War anleitete. Die Musikzeitschrift Rolling Stone listete Burdon auf Platz 57 der größten Sänger aller Zeiten. Trotz des großen Erfolges war Burdons Projekt War gerade deshalb nicht unumstritten, weil er sich darin entschieden den Wurzeln des Blues, Soul und Jazz widmete und dabei die Frage aufwarf, ob ein Weißer so etwas überhaupt darf. Der Titel des Debütalbums von 1970, „Eric Burdon Declares War“, konnte auch als programmatische Botschaft an die Branche verstanden werden.

Ganz in diesem Sinne darf man nun auch die Neubenennung einer amerikanischen Frauenband verstehen, die nicht länger Dixie Chicks heißen möchte und damit ein starkes politisches Zeichen sendet. Das Wort Dixie ist ein Synonym für den alten Süden der Vereinigten Staaten. Und obwohl die Dixie Chicks die Verkürzung ihres Namens nicht weiter begründeten, wird dies doch als politisches Statement und solidarische Aktion zur Unterstützung der Black-Lives-Matter-Bewegung verstanden.

„March March“ von den Chicks.

Video: YouTube

In dem soeben veröffentlichten Video zu einem neuen Song mit dem Titel „March March“ werden Bilder von Demonstrationen für Klimaschutz, aber auch gegen Rassismus gezeigt. Ferner werden die Namen von Opfern rassistischer Gewalt eingeblendet, an prominenter Stelle der des in Minneapolis getöteten Afroamerikaners George Floyd.

Die Dixie Chicks wurden 1989 von den Schwestern Emily Robison und Martie Maguire in Dallas, Texas gegründet und haben seither beharrlich das Country-Genre aufgefrischt, nicht ohne immer wieder einmal ihre Fanbasis in der eher konservativ-puristischen Country-Gemeinde zu verstören. Einen schweren Rückschlag gab es 2003, als sie Präsident George Bush für dessen Haltung im Irakkrieg kritisierten. Die Chicks, heißt es nun in deren aktuellem Video, marschieren nur im Takt ihrer eigenen Trommel.