So schön hat man das Leiden der Menschheit noch nie gesehen. Nie zuvor wurden Verhungernde so heroisch in Szene gesetzt, wie auf den Bildern von Sebastião Salgado aus der Sahel-Zone. Nie zuvor sah man Flüchtlingsströme so biblisch durch afrikanische Wüsteneien ziehen oder so trostlos im kaputten Ex-Jugoslawien stranden. Nie sah man die Schinderei der Arbeit so pathetisch arrangiert wie in Salgados weltumspannenden „Archäologie des Industriezeitalters“. Nie leuchtete die Hölle so fotogen als in der Pyramide ameisenartiger Minenarbeiter, und nie glänzte die Abscheulichkeit unmenschlicher Verhältnisse so glamourös wie in den verschwitzten, muskulösen Körpern der Goldschürfer in Brasilien.

Schöner Sterben

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