Der Dokumentarfilm mit dem geradezu autoaggressiven plumpen und viel zu langen Titel: „Macht das alles einen Sinn? Und wenn ja − warum dauert es so lange?“ erzählt von der Volksbühne, die es nicht mehr gibt. Mit zwei Stunden ist das Werk gar nicht mal so lang, und der Sinn erschließt sich auf den ersten Blick. Es ist ein Requiem in Bildern auf die Volksbühne von Frank Castorf und Bert Neumann. Ein Abspann auf den letzten großen Castorf-Flow mit Ausschnitten, Seiten- und Kulissenblicken, Take-outs, Probenbeobachtungen, aber ohne Voice-over-Kommentar und ohne Interviews.

Es erzählt und feiert sich ja auch wirklich alles von selbst, wenn sich eine Legende erst einmal aus der Diesseitigkeit gelöst hat und in die Hall of Fame der Verklärung aufsteigt. Jedes der Bilder, jede lange Einstellung, jeder kurze Schnitt auf ein Detail fühlt sich an wie ein Beleg der Erinnerungen, über die sich jedoch schon beim Miterleben jener Abschiedskaskade der samtene Edelschimmel der Nostalgie legte.

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