Das Thema des Films war an Berlins Hauswänden angeschlagen. „No more Rollkoffer“ hieß es da plötzlich in Nana A.T. Rebhans Viertel, dem Neuköllner Schillerkiez. Oder „Touristen fisten“, „Berlin does not love you“ und auf einem riesigen Transparent in Mitte „Refugees Welcome, Tourists piss off“ . − „Dabei sind doch Touristen auch oft Menschen, die aus fremden Ländern kommen“, sagt Rebhan. Diesem Paradox wollte sie hinterherspüren. Und der Touristenfeindlichkeit, die sie in der Art aus keiner anderen Stadt kennt. So entstand ihr Film „Welcome Goodbye“, eine Low-Budget-Dokumentation zu dem Thema Berlin-Tourismus, Rebhans zweiter langer Film nach „Berlin Hasenheide“ aus dem Jahr 2010. Die 10 000 Euro für die Cutterin und ein bisschen Postproduktion kamen durch Crowdfunding zusammen.

Im Jahr 2003 kamen elf Millionen Touristen nach Berlin, zehn Jahre später waren es 27 Millionen. Das ist der Ausgangspunkt des Films und aus diesem rasanten Anstieg speist sich das Unwohlsein mancher, die darin zu Wort kommen. Christian, der Protagonist des Films, beklagt sich darüber, dass er angesichts der Touristen in seiner Stammkneipe dort manchmal keinen Platz mehr findet. Aber vielleicht kann er ja profitieren von den Touristenströmen! So verdingt er sich als Touristenführer. Durch Christian lernt der Zuschauer verschiedene Touristentypen kennen. Den Typ Kurzbesucher etwa, repräsentiert durch zwei reizende Taiwanesinnen, die sich ihr zweitägiges Berlin-Programm vorab mit Hilfe des Internets zusammengestellt haben und mit Christian durch die Stadt hetzen. Den Trabi halten sie für ein traditionelles deutsches Auto, und als sie sich vor der East Side Gallery fotografieren lassen, stellt sich heraus, dass sie nicht wissen, dass die Mauer die Reisefreiheit der DDR-Bürger einschränkte. - „Oh, really?“

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