Donald-Trump-Unterstützer bei einer Rally am 29. August 2020 in Portland, USA
Foto: AP/Paula Bronstein

Topeka - Ben Lerner ist erst Dichter, dann Autor. Sein erster Roman, „Abschied von Attocha“, las sich wie ein Dessert, ein Feuerwerk voll lyrischem Barock. Es war ein intellektuell dahinrasendes Buch über die Bedingungen der Möglichkeit authentischer Erfahrung – in der Kunst und anderswo. Der zweite, „10:04“, war eine Assemblage an Szenen, die man mit W. G. Sebald als Suche nach poetischer Wahrheit bezeichnen könnte. Ein sprachlich dichtes, selbstironisches Kreisen um die Absurdität, die in der Vorstellung von der Berechenbarkeit und Mitteilbarkeit der Welt liegt. 

Doch „10:04“ war bereits romanhafter als Lerners Erstling. Es war das Frühstück, das auf das Dessert folgte. Beide Bücher sind jenem Genre zuzurechnen, das seit den Erfolgen von Autoren wie Rachel Cusk, Karl Ove Knausgård und Sheila Heti aus der Literatur nicht mehr wegzudenken ist: dem autofiktionalen Erzählen; der Innenspiegelung des Bewusstseins der Erzählstimme; des scheinbar direkten Übergangs der Gedanken des Autors in den Text.

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