Dorothee Elmiger, 2020
Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Ist eine Lesende von einem Buch angetan und bleibt doch ratlos, drängen sich ihr Vergleiche mit früheren Leseerfahrungen auf. So geschehen bei der Lektüre von Dorothee Elmigers neuem Buch „Aus der Zuckerfabrik“. Elmiger, geboren 1985 in Wetzikon bei Zürich, folgt den Spuren des Geldes und des Begehrens durch die Jahrhunderte, schreibt der Hanser-Verlag in seiner Ankündigung.

Sie entwirft Biographien von Mystikerinnen, Spielern und Kolonialisten, protokolliert Träume und Fälle von Ekstase und Wahnsinn, die die ratlos Lesende an „Physik der Schwermut“ des bulgarischen Autors Georgi Gospodinov oder an „Gestürzter Engel“ des Schweden Per Olof Enquist erinnern. Hier wie dort tun sich in knappen, kunstvoll ineinandergefügten Liebeskatastrophen erschriebene Welten und Zusammenhänge auf, die sich entzünden an gesammeltem Wissen und längst Erzähltem, an Erfahrungen, Begehren und einem unstillbaren Hunger nach Sinn. Nein, so entsteht kein Roman im üblichen Sinn, kommt keine spannende Fiktion zu Papier, sondern ein anderes Erzählgewebe nimmt gefangen. Nicht-Romane haben ihren eigenen Zauber, ihre eigene Erzählreihenfolge.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.