Seit zwölf Wochen schauen Politik und Öffentlichkeit ungläubig nach Dresden. Eine immer größer werdende Gruppe Unzufriedener wehrt sich laut und kompromisslos gegen eine angebliche Überfremdung, gegen Medien und Politik. Die nervösen Reaktionen auf das Pegida-Phänomen schwanken selbst innerhalb der Bundesregierung zwischen den Extremen pauschaler Ab- und Ausgrenzung (Justizminister Heiko Maas) und partiellen Dialogangeboten (Innenminister Thomas de Maizière). Doch am Wochenende kam nun die – teilweise unfreiwillige – Kehrtwende.

Die Polizei Dresden untersagte wegen einer Terrorwarnung alle Demonstrationen, Pegida selbst forderte ihre Anhänger auf, am Montag zu Hause zu bleiben. Und am Sonntagabend brach Kathrin Oertel, aus dem Organisationsteam von Pegida, in der ARD bei Günther Jauch ihr Schweigen gegenüber der von ihr geschmähten Öffentlichkeit. Inhaltlich blieb die Runde wenig konkret; über das Format Talkshow als Dialogmittel lässt sich ohnehin streiten. Dass sich der Konflikt vor einem Millionenpublikum nicht weiter zuspitzte, kann als kleiner Erfolg bewertet werden. Was aus dem ersten Meinungsaustausch werden soll, weiß noch keiner.

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