Berlin - Als Bekenntnis zu Qualität und publizistischer Exzellenz ist am Dienstagabend der DuMont-Journalistenpreis verliehen worden. Ausgezeichnet wurden dabei auch sechs Mitarbeiter der Berliner Zeitung, deren Verlag zur Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) gehört.

„Die Zeitung kann nur überleben durch Qualität“, betonte der MDS-Aufsichtsratsvorsitzende, Alfred Neven DuMont. Mehr denn je bedürfe eine in hohem Maße orientierungslose Gesellschaft der Tageszeitung als verlässliche Begleiterin. Angesichts der schwierigen Lage in der Verlagsbranche äußerte sich Neven DuMont persönlich betroffen über zwangsläufige Einsparungen. „Wir müssen sehr vorsichtig vorgehen und sehr gut abwägen“, sagte Neven DuMont mit Blick auf die Zukunft. Er gratulierte den Preisträgern und nannte ihre Beiträge „Glanzleistungen des Journalismus“.

Keine Sorge um die journalistische Qualität des Hauses

Aus insgesamt 161 Bewerbungen prämierte die Jury unter Vorsitz von Frank Niggemeier, Chefredakteur der Hamburger Morgenpost, in der Kategorie „besondere schreiberische Leistung“ eine Reportage von Frank Nordhausen, Türkei-Korrespondent der Berliner Zeitung, aus dem syrischen Bürgerkrieg. MDS-Aufsichtsrat Hans Werner Kilz würdigte für die Jury Nordhausens sensible Sprache und detailgenaue Beobachtung, mit der er „schonungslos das tägliche Grauen“ der Menschen in Syrien schildere.

Ein Report von Rudolf Novotny, Redakteur im BLZ-Magazin, über die letzten Tage der Drogeriekette Schlecker am Beispiel einer Filiale in Prenzlauer Berg wurde als „herausragende lokale Geschichte“ ausgezeichnet. Auch Novotnys Arbeit beeindruckte die Jury wegen des „bemerkenswerten Blicks fürs Detail“, mit der Novotny zwei Schlecker-Mitarbeiterinnen porträtiert, denen der Boden unter den Füßen weggezogen wird und die trotzdem, jede auf ihre Art, um Haltung und Hoffnung kämpfen.

Rita Böttcher, Isabella Galanty, Sabine Hecher und Anja Kühl, Info-Grafikerinnen der BLZ erhielten den DuMont-Journalistenpreis für ihre herausragende Gestaltung der Reihe „Kopf und Zahl“ im Magazin. Durch sie werde „Kommunikation zum emotionalen Erlebnis“, lobte MDS-Vorstand und Jury-Mitglied Franz Sommerfeld, der sich an die Prägnanz und Aussagekraft von Wimmelbildern eines Hieronymus Bosch oder Pieter Brueghel des Älteren erinnert fühlte.

Als „innovatives Online-Format“ prämierte die Jury das Mitmach-Portal „MZ-Bürgerreporter“ der Mitteldeutschen Zeitung (Halle) und zeichnete als Verantwortliche Gero Hirschelmann (Redaktionsleiter mz-web) sowie Chris Brinkel und Ken Metze aus. Die MZ habe als erste MDS-Zeitung begonnen, einen zentralen Hebel der digitalen Revolution ernst zu nehmen, den Leser nicht länger nur als Konsumenten zu akzeptieren, sondern ihn aktiv zu beteiligen, so die Jury.

Deren Vorsitzender Niggemeier sagte, angesichts des Niveaus der eingereichten Wettbewerbsbeiträge müsse man sich „um die journalistische Qualität des Hauses DuMont keine Sorgen machen“. An der Preisverleihung nahm auch Christoph Bauer teil, der am 1. Oktober in den MDS-Vorstand eingetreten ist und Anfang 2014 dessen Vorsitz übernehmen wird. Zusammen mit ihm waren auch die Vorstände Christian DuMont Schütte und Isabella Neven DuMont gekommen.