Ein sogenannter „Fantasiefreund“ ist nichts Ungewöhnliches; viele Kinder imaginieren sich im Zuge ihres Heranwachsens eine Spielkameradin, einen Vertrauten, eine Gestalt, der sie Geheimnisse anvertrauen und mit der sie Abenteuer auch jenseits des von den Erwachsenen Erlaubten erleben können. Zahlreiche Psychologen  und Pädagogen gehen davon aus, dass diese imaginären Freunde keineswegs nur Anzeichen für psychische Störungen sind oder Indikatoren von Einsamkeit, sondern dass sie als Projektionsflächen auch dazu dienen, Sozialverhalten und Kommunikation zu üben.

Etwas anders verhält es sich mit Daniel, der Adam Egypt Mortimers Psychohorrorfilm „Daniel isn’t real“ – im deutschsprachigen Raum nunmehr banal-reißerisch als „Der Killer in mir“ veröffentlicht – den Titel gibt. Daniel taucht eines nicht so schönen Tages an der Seite des kleinen Luke auf; der wiederum war vor seinen streitenden Eltern davon aus dem Haus gelaufen und Augenzeuge einer Gewalttat geworden. Die Aufmunterung durch den fremden Jungen tut Luke gut, er nimmt ihn mit nach Hause, wo seine Mutter über die Ablenkung ihres Sohnes zunächst auch ganz froh ist. Freilich laufen die Dinge dann zügig aus dem Ruder, denn Daniel will Luke für sich – zur Strafe wird er im Puppenhaus der Großmutter eingesperrt.

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