Berlin - Es ist nur Rock ‘n‘ Roll – aber warum soll man es nicht mögen? Mit dem wohl nie versiegenden Lebensgefühl dieser abgewandelten Zeile eines Klassikers von den Rolling Stones sind Mick Jagger und Dave Grohl (Ex-Nirvana, Foo Fighters) ins Homeoffice gegangen und haben noch einmal auf ihre Art über die Corona-Pandemie nachgedacht – und das beste daraus gemacht, was sie eben können.

„Eazy Sleasy“ heißt das rockige Stück über den ganz alltäglichen Corona-Unsinn, von dem viele nicht mehr ablassen können, ihn als Wahnsinn zu bezeichnen. Und selbst gestandene Rock ‘n‘ Roller, die schon allerhand Exzesse hinter sich haben, sind des verordneten Ausnahmezustandes langsam überdrüssig. Die Pandemie macht müde und leer, nimmt dem Rock allerdings nicht seine Energie. 

Das ist die Botschaft von „Eazy Sleazy“, worin Jagger und Grohl aus einem einfachen Gitarren-Schlagzeug-Gesang-Mix schnell dahingedichtet ihren Corona-Trouble herausposaunen. Sie singen von Zoom-Gesprächen, abgesagten Tourneen, virtuellen Premieren, falschem Applaus in Fußballstadien und zu viel verbrachter Zeit vor den Bildschirmen. Das Zuhause sei zu einem Gefängnis geworden.

Wenn zwei der großen Überlebenden aus der heroischen Zeit des Pop sich zusammentun, dann dürfen sie sich auch schon einmal ein paar Zitatanleihen erlauben. „You’re trying to remember to forget“, heißt es in einer Art Refrain, der dabei helfen soll, die Corona-Leiden zu vergessen. Das Original stammt von Charlie A Feathers und Stanley A. Kesler, gesungen hat das Stück „I Forgot To Remember To Forget” Elvis bereits im Jahre 1955. Bob Dylan war für sein Stück „Tight Connection To My Heart“ ebenfalls so frei, die Zeile zu verwenden.

Corona macht müde und vergesslich, umso besser, wenn Musiker sich an die Traditionen erinnern, aus denen sie seit jeher ihren Sound zusammengesetzt haben.