Wie der Name schon sagt: Astra Kulturhaus. Hier mit Charli XCX. 
Foto: imago/Martin Müller

BerlinSind Clubs, in denen Live-Music gespielt wird, kulturelle oder kommerzielle Orte? Bislang gelten sie vor dem Gesetz als kommerziell und sind dem Wohlwollen von Anwohnern und der Existenz gültiger Gewerbemietverträge ausgesetzt. Beides kann natürlich jederzeit enden („Ruhe!!!“), oder die Fläche, auf der der Club betrieben wird, wird für den Wohnungsbau gebraucht. Dann muss ein Laden schließen, was für die Musiker und das Publikum in Berlin schade, in Heidelberg gravierend und an einem Ort wie Pfarrkirchen vermutlich verheerend ist.

LiveKomm, der in Hamburg ansässige Verband der Musikspielstätten in Deutschland, der nach eigenen Angaben über 570 Spielstätten und Festivals in Deutschland vertritt, ist naturgemäß der entschiedenen Ansicht, dass Musikclubs nicht mit Bordells oder Spielhallen gleichzusetzen seien und verlangt seit geraumer Zeit eine Kulturraumschutzgesetzgebung, die die Clubs sichert. Politische Unterstützung gibt es, was nicht wundert, da es um jüngeres Publikum und einen sich finanziell selbst tragenden Spielbetrieb geht.

Anträge von der FDP, der Linken und von Bündnis 90/Die Grünen haben dazu geführt, dass es am 12. Februar im Bundestag im Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen eine Fachanhörung von Clubbetreibern und Stadtentwicklern geben wird, was schon ein erster Schritt auf dem Weg ist.

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Auf Berliner Ebene ist die CDU ebenfalls dafür und fordert eine Bundesratsinitiative für die Anerkennung von Musikclubs als kulturelle Initiativen. Die Berliner CDU hätte ja auch die Alte Münze am liebsten weiträumig der Clubszene überantwortet. Der Berliner CDU-Abgeordnete Christian Goiny, der gastweise dem letzten Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses beiwohnte, konnte gar nicht aufhören, gegen die Entscheidung von Kultursenator Klaus Lederer zu polemisieren, das zentrale Haus 4 des Geländes als Jazz-Zentrum zu definieren und den Rest noch offenzuhalten.

Da aber hatten die Kulturausschüssler der Regierungsfraktionen und auch Lederer selbst leichtes Spiel. Wenn Goiny wirklich etwas für diese Szene bewirken wolle, möge er doch bitte seine   in Clubfragen bisher uneinsichtigen CDU-Bundeskollegen im Bauausschuss auf Kurs bringen. Darf man auf ihn zählen? Die Anhörung am 12.2. ist öffentlich. Schreiben Sie dazu eine Mail an bauauschuss@bundestag.de