Seit über 50 Jahren ein literarischer Erneuerer: Im Alter von 76 Jahren ist Peter Handke der Nobelpreis zugesprochen worden.
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Stockholm - Peter Handke wurde 1942 in Griffen in Kärnten geboren. Ich 1946 in Frankfurt am Main. Er ist der Autor meiner Generation. Als 1966 seine „Publikumsbeschimpfung“ im Theater am Turm in Frankfurt am Main uraufgeführt wurde, saß ich in der zweiten oder dritten Vorführung im Publikum. Er war damals schon ein berühmter Mann. Nicht dank seines kurz zuvor erschienenen Romans „Die Hornissen“. Sondern durch seinen Auftritt bei der Tagung der Gruppe 47 in Princeton. Er war damals aufgestanden und hatte dem literarischen Establishment „Beschreibungsimpotenz“ vorgeworfen. Ausgerechnet er! Dabei zeichnete gerade er sich dadurch aus. Nichts lag der „Publikumsbeschimpfung“ und seinen anschließenden Texten ferner als „Beschreibung“. Es war, als beschimpfte er seine Eltern, dass sie ihm die falschen Gene geliefert hatten. Mir ging dieser Mangel an Reflexion sehr auf den Wecker. Das änderte nichts an meiner Begeisterung für seine Stücke. Ich liebte ihre „Beschreibungsimpotenz“. Ich liebte, dass es kein Außen gab, dass die Sprache selbst sich in ihnen auszutoben schien.

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