BerlinZuschriften von Leserinnen und Lesern sind dem Zeitungsschreiber ein stiller Quell steter Freude. Hier bekommt er, was Honorare nicht entgelten können: Zuspruch, gespiegelte Einsicht und weiterführende Gedanken. Es gibt nichts Kontemplativeres, als abends im Schaukelstuhl bei einem Dujardin die knisternden Umschläge zu öffnen, im Schein der Kerze und der Huld lächelnd den Dank des Publikums zu ernten und hin und wieder die eine oder andere konstruktiv-kritische Anmerkung zum Anlass für ein fiktives Gespräch zu nehmen.

Ein Beispiel. Vor drei Tagen hat der hier sein Herz öffnende Redakteur eine Meldung bearbeitet, für die er sich Interesse erhoffte. Er selbst fischte sie wegen der Überschrift aus dem Füllhorn der Nachrichtenagenturen. Es ging um eine in Pompeji ausgegrabene „Snackbar“. „Snackbar“ ist ein Begriff, den das Museum der im Jahr 79 beim Ausbruch des Vesuv untergegangenen Stadt selbst verwendet. In der Meldung ist dann erklärend von einem „Thermopolium“ die Rede, von einer zur Straße offenen Verkaufsstätte für warme Speisen zum Mitnehmen. So schön das Wort Thermopolium klingt und so zutreffend es aus den altgriechischen Wörtern für „warm“ und „verkaufen“ zusammengesetzt ist, für eine Schlagzeile hätte es nicht getaugt.

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