Berlin - „Wenn ich schon mal zu früh sterben sollte, dann wie James Dean - auf einer Kreuzung, im Porsche. Zack. Aus.“, erklärte Hans Hölzel, besser bekannt als Falco, in einem Interview im Jahr 1983. Es war zwar kein Porsche, sondern ein Mitsubishi, in dem Hölzel am 6. Februar 1998 den Parkplatz des Restaurants „Turist Disco“ im Norden der Dominikanischen Republik verließ und ein Reisebus mit ungefähr 100 Stundenkilometer in seinen Geländewagen raste. Der östereichische Pop-Star starb noch am Unfallsort. Und mit ihm eine gesamte Ära.

Dass sich die Vorahnung über die Art seines Ablebens wirklich einmal bewahrheiten würde, hätte er selbst wahrscheinlich nie gedacht. Er verließ die Bühne so wie er sie betreten hatte: mit Schall und Rauch. Auch wenn der Obduktionsbericht später bestätigte, dass Hölzel mehr als nur eine Substanz, die vom Gesundheitsamt als Rauschgift bezeichnet wird, im Blut hatte, wird ein so unspektakulärer Abgang einer Koryphäe wie Falco sie war, nicht gerecht.

Falco polarisierte

Aber wer war eigentlich dieser Wiener Ausnahmekünstler, dem Steffen Simon während einer Talkshow eine Persönlichkeit attestierte, bei der sich jeder Psychologe auf dieser Welt die Finger lecken würde? Sicher ist, dass die europäische Musikindustrie selten so eine polarisierende und kontroverse Figur wie ihn hervorgebracht hat.

Sein Leben fing 1957 bereits mit einem Schicksalsschlag an. Johann Hölzel erblickt als einziger Überlebender von Drillingen das Licht der Welt. Schon in seiner frühen Kindheit wird seine alleinerziehende Mutter auf sein musikalisches Talent aufmerksam, das ihm später zu Weltruhm verhalf.

Erst waren es etliche Schlager die der kleine Johann auswendig singen konnte, kurze Zeit später musizierte er selbst auf einem Flügel. Ein Professor der Wiener Musikakademie bescheinigte ihm nach einem Vorspiel ein absolutes Gehör.

Schnell stand für Hansi, wie er innerhalb der Familie genannt wurde, fest: „Mama, i werd a Popstar.“ 1981 trat Hans Hölzel an, um nach den Sternen zu greifen. Seine Erscheinung war gekennzeichnet durch einen verwechslungssicheren Stil: weißer Anzug, Fliegerbrille und die für ihn typische zurückgeklatschte Mähne. Er selbst fasste es in einem Interview so zusammen: „Ich möchte immer, dass sie sagen, was ist er, was tut er, was macht er, aha!, interessant. Skandal! Schlagzeile! Skandal!! Etcetera! Das ist gut, das ist Showbiz.“