Am vergangenen Freitag hat die britische Kosmetikkette „Lush“ ihre Filiale am Alexanderplatz als ersten Unverpackt-Shop für Kosmetik in Deutschland wiedereröffnet. Seit dem zehntägigen Umbau des Shops verzichtet „Lush“ hier nun gänzlich auf Plastikverpackungen im Verkauf. Damit folgt die Kette der umweltbewussten Zero-Waste-Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, so wenig Müll wie möglich zu produzieren.

Gerade bei der Produktion von Plastikmüll ist Deutschland Spitzenreiter in der EU. Während auf den durchschnittlichen Europäer rund 167 Kilo Verpackungsmüll im Jahr kommen, sind es laut Umweltbundesamt in Deutschland rund 221 Kilo pro Kopf. In Berlin gibt es einige Läden, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, Verpackungsmüll zu reduzieren. Einige von ihnen bieten ein komplett unverpacktes Supermarkt-Sortiment an. Andere spezialisieren sich auf bestimmte Konsumgüter. Wir haben für Sie 15 Berliner Läden zusammengetragen, mit deren Hilfe Sie ab sofort auf Plastik verzichten können:

Supermärkte

„Original Unverpackt“ - Der Lebensmittelmarkt in der Wiener Straße 16 in Kreuzberg wurde 2014 als erster Supermarkt ohne Einwegverpackungen in Berlin eröffnet. Im Ambiente erinnert er an einen moderneren Tante-Emma-Laden - sehr gemütlich. Zur Auswahl gehören 600 Artikel aus den Kategorien Lebensmittel, Naschwaren, Spirituosen, Kosmetik, Reinigungsmittel, Bücher und Behältnisse.

Unverpackt Berlin Friedrichshain - Ehemals unter dem Namen „Mein Markt meene Welt" wird der verpackungsfreie Shop in der Knorrpromenade 1 / Wühlischstraße 15 in Friedrichshain am 13. Oktober wiedereröffnet. Zu kaufen gibt es frisches Obst und Gemüse, Getreide, Öle, Nüsse, Gewürze, Müsli, Seifen und Kosmetik.

Der Sache wegen - Vor etwa einem Jahr eröffnete der dritte Lebensmittelmarkt in Berlin mit ausschließlich unverpackten Produkten in der Lychener Straße 47 in Prenzlauer Berg. Die Gründerinnen gehen sogar noch weiter mit ihrem Anspruch. Ihre Produkte sollen nicht nur verpackungsfrei sondern auch palmöl- und möglichst zuckerfrei, fair gehandelt, bio, regional und vegan sein.

maßVoll - Der erste verpackungsfreie Laden in Potsdam wurde vor wenigen Monaten in der Zeppelinstraße 1 eröffnet. Verkauft werden dort „Produkte auf nachhaltiger Basis“. Im Sortiment: Trockenwaren, Molkereiprodukte, Hygieneartikel, Waschmittel.

Teilweise unverpackt - In Neukölln gibt es außerdem zwei Läden, in denen teilweise Lebensmittel ohne Verpackung verkauft werden. Dr. Pogo - Veganladen-Kollektiv am Karl-Marx-Platz 24 in Neukölln bietet unter anderem nachhaltige Zahnbürsten, Obst und Gemüse, Reis, Nüsse, Linsen, Tofu, Seitan und Kaffeebohnen verpackungsfrei an. Aber auch Milch im Karton, vegane Aufstriche und Wurst sind verpackt dort zu finden. Ähnlich handhabt es der Bioladen Biosphäre in der Weserstraße 212 in Neukölln. Das Besondere hier: Die Inhaberin gewährt Menschen mit geringem Einkommen einen Rabatt auf den Einkauf.Auch bei Veganz kann man teilweise plastikfrei einkaufen. Die bekannte vegane Supermarktkette bietet am Marheinekeplatz 15 in Kreuzberg eine große Unverpackt-Selbstbedienungstheke mit Nüssen, Nudeln, Früchten und Süßigkeiten.

Kräuter, Gewürze, Tees

Kräuter Mian - Seit 1998 verkauft „Kräuter Mian“ in der Hochstraße 14A im Ortsteil Gesundbrunnen zahlreiche Kräuter, Gewürze und Tees. Diese können abgepackt mitgenommen werden oder auch verpackungsfrei in eigene Gefäße abgefüllt werden. Unter Zero-Waste-Kennern heißt es, dass man lediglich etwas Zeit (30 Minuten) und die Wunschliste parat haben sollte - und natürlich entsprechend viele Gefäße.

Öle, Essige, Alkohole

Wajos - Die sogenannte Genussmanufaktur ist eine Kette, die Essig, Öl und Spirituosen abfüllt. Zu finden ist sie beispielsweise in der Bahnhofstraße 33-38 im Forum Köpenick.

Oil & Vinegar - Auch diese Kette bietet das Abfüllen von Essig, Öl und Spirituosen an. In Berlin gibt es zahlreiche Filialen, zum Beispiel im Alexa, in den Gropius Passagen oder den Schönhauser Allee Arcaden.

Balera Weinhandlung - Wie der Name schon sagt, werden bei Balera am Karl-Marx-Platz 6 in Neukölln zahlreiche Weine angeboten. Das Besondere: Hier können Weine vom Fass sogar in die eigene Flasche abgefüllt werden.

Seifen und Kosmetik

Sauberkunst - Die Seifenmanufaktur aus Brandenburg stellt palmölfreie und vegane Seife her, die im Berliner Nikolaiviertel in der Probststraße 1 plastikfrei verkauft werden. Nicht erschrecken, wenn doch mal etwas nach Plastik aussieht: Die speziellen Folien sind kompostierbar. Angeboten werden unter anderem Handseifen, Haarshampoo, Deos, Bade- und Pflegeprodukte für Gesicht und Körper.

Lush - Die britische Kosmetikkette mit fancy vegetarischen und veganen Seifen und Pflegeprodukten hat kürzlich ihren ersten verpackungsfreien Shop in der Rathausstraße 5 am Alexanderplatz eröffnet. Sie wirbt mit „frischer und handgemachter Kosmetik“ - ein Label für Naturkosmetik trägt aber bislang kein Produkt.

Süßes, Nüsse, Trockenfrüchte

Kugu Nussrösterei - Wer sich wundert, woher der köstlich süßliche Geruch auf dem Kottbusser Damm nahe der Kottbusser Brücke herkommt, bekommt jetzt die Antwort: „Kugu Nussrösterei“ heißt der Laden am Kottbusser Damm 13, in dem kandierte und geröstete Nussberge und Trockenfruchthaufen ausliegen. Auf Anfrage können die Leckereien in eigene Behälter abgefüllt werden.

Lezziz Kuruyemis - Auch hier werden mitgebrachte Behälter akzeptiert. Im „Lezziz“ werden Nüsse, Trockenfrüchte und Snacks - teilweise bio - verkauft. Sie finden den Laden in der Residenzstraße 43 in Reinickendorf.

In einigen Bioläden können ebenfalls Bambuszahnbürsten und verpackungsfreie Seifen gekauft werden. Und auch auf Wochenmärkten lässt sich mit einem Stoffbeutel, einem Rucksack oder einem Trolli wunderbar Plastik vermeiden. Der Trick ist, eine Variante zu finden, die für den Alltag nicht zu umständlich und langfristig umsetzbar ist. Viel Spaß beim Ausprobieren!