BerlinIn anderen Zeiten wäre die Ausstellungseröffnung in der vergangenen Woche der Höhepunkt des Deutsch-Russischen Jahres 2020/2021 gewesen. Politikerinnen und Politiker wären nach St. Petersburg geflogen, hätten das Bild eines einigen, scheinbar grenzenlosen Europa gefeiert, das die grandiose Ausstellung „Eisenzeit“ vorführt. Nun aber müssen wir uns bescheiden, mit Pressefotos, einem Film der Eremitage, einem virtuellen Ausstellungsrundgang und einem monumentalen Katalog, der jedes der über 1600 ausgestellten Objekte ausführlich beschreibt und in brillanten Essays historisch einordnet.

Ausstellungsort ist die einstige Manege der kaiserlichen Leibgarde, eine umgebaute Reithalle. In dem von hohen Bögen geprägten, langgestreckten Saal stehen die sehr zart gestalteten Vitrinen mit ihren hellen Rückwänden streng in Reihe, lassen reichlich Platz für das erwartete Publikum. Die Objekte in den Vitrinen, von winzigen Kleidungsknöpfen über Wagenbeschläge und kostbaren Münzen, einst prachtvoll glänzenden Pferdegeschirren bis zu schimmernden Rüstungshelmen und erlesenem Schmuck, sind radikal ästhetisierend präsentiert.

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