Es klingt, als wäre man gerade über der Toilettenschüssel aufgewacht. Was war noch gleich geschehen? Ach ja, angesagter Club, volle Tanzfläche, zu viel Alkohol, schlechte Erinnerungen an den Ex ... Egal, weitermachen. So scheint es sich zumindest die kolumbianische Musikerin Gabriela Jimeno alias Ela Minus bei ihrem Debütalbum „Acts of Rebellion“ gedacht zu haben. Denn die zehn Lieder, die sie selbst am Synthesizer kreiert hat, kriegen einen wie ein gelungener Clubabend – mit all seinen Höhen und Tiefen. 

Es gibt den brodelnd pochenden Bass in „el cielo no es de nadie“ („Der Himmel gehört niemandem“), der einen zum Stampfen zwingt, schwirrende Synthesizer-Töne in „Close“, die für einen engen Paartanz wie gemacht sind. Und dann ist da noch diese stets leidtragende Stimme in „they told us it was hard, but they were wrong“, die einen mit den Problemen des Alltags einholt, wenn man richtig einen Sitzen hat. Doch ehe man etwas benommen umher torkelt, schaltet Ela Minus einen sphärischen Minimal-Sound ein, etwa in „do whatever you want, all the time“, der eigentlich viel zu kurz ist, um ihn in seiner ganzen Vielschichtigkeit zu erleben. Aber er soll wohl das Wasserglas für Zwischendurch sein, der Moment der Besinnung.

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