Etwa in der Mitte des ersten Programmteils kam es zu einem erheiternden Zwischenfall. Der Cellist Walter Prati wollte gerade mit dem Stück „TanEK“ des Komponisten Hans-Joachim Hespos beginnen, da stellte er fest, dass sein Laptop keinen Stromanschluss hatte. Weit und breit konnte er auf der Bühne keinen Stecker finden. Groß war die Aufregung, das Publikum reagierte amüsiert, Techniker irrten herum, Anweisungen wurden durchgegeben. Bis schließlich das Kabel seinen Bestimmungsort fand, der Computer live hochfuhr und Schwuppdiwupp Prati mit seiner Kratz-, Schab- und Krächzimprovisation beginnen konnte, zu der parallel eine fragmentiert-blubbernde Tonspur vom Problemrechner ablief.

Zuvor schon trommelte der Schlagzeuger Michael Wertmüller dumpf und treibend Michael Beils Werk „Batterie“ voran, begleitet haben ihn dabei elektronisch zugespielte Klänge und eine Videoprojektion. Auch Georg Katzers 1987 entstandenes Werk „Dialog Imaginär 2“, glänzend von dem Pianisten Ernst Surberg dargeboten, vereinte disharmonische Klavierkaskaden mit deren verfremdetem digitalen Ebenbild. Erstklassige Beispiele für die Begegnung von analog und digital erzeugter Musik, die bei dem Konzert zur Neueröffnung des Studios für Elektroakustische Musik am Freitagabend im Auditorium der Akademie der Künste am Hanseatenweg zu hören waren.

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