„Sie haben gesehen, wie es geboren wurde, wie es im Meer vor Island aus dem Nichts auftauchte.“ Mit diesem allerersten Satz des Romans „Doggerland“ lernen wir das Sturmtief Xaver kennen, das 2017 durch Nordeuropa raste. Es baut sich, beobachtet von staunenden Meteorologen, rasant auf: „Sie haben gesehen, wie es sich südöstlich vor Grönland erhob, wie es in Rekordzeit dreist seine Hülle durchbrach, vor den Augen der von Tempo und Ausmaß des Phänomens kalt erwischten numerischen Wettervorhersagemodelle.“ Erst nach zweieinhalb eng bedruckten Seiten über Druckabfall, Isobaren, Satellitenbilder, Bojen, Sensoren und Windgeschwindigkeit stellt die Autorin einen Menschen vor.

Es ist der Chef der britischen Wetterbehörde, er muss unter Hochspannung den Überblick behalten, vor die Presse treten, Katastrophenwarnungen herausgeben. Wir lernen ihn bei der Arbeit kennen und kurz darauf auch seine Schwester Margaret, eine der Hauptfiguren dieses Romans: Sie ist Geologin und erforscht das Doggerland, eine Insel, die vor etwa 8000 Jahren wegen einer verheerenden Flutwelle und wegen schmelzender Polkappen in der Nordsee versank. Sie interessiert sich auch für noch frühere Zeiten, als man „trockenen Fußes von England nach Dänemark“ laufen konnte. Die Nordsee, das lehrt der Roman, war nicht immer so groß wie heute.

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