„Bis gestern war’s noch gut“, lautet der Satz, den ich auf meinen ersten Lesereisen am häufigsten zu hören bekam. Gemeint war das Wetter. Es schien, als bestünde tatsächlich ein Zusammenhang zwischen schweren Wolkenbrüchen und dem Roman „Vom Wasser“, mit dem ich damals unterwegs war. In jenen Jahren sah ich selten die Sonne.

Ich wäre heute Regenmacher, wenn ich an mein Talent geglaubt hätte, mit ein paar romanhaften Wasserbeschwörungen für Niederschlag zu sorgen. Nicht auszudenken, was ich in den vergangenen Dürresommern hätte bewirken können, als landauf, landab die Pegelstände der Flüsse auf Niedrigstände fielen, die Seen zu Tümpeln mit breiten Trockenrändern schrumpften, die Felder staubten und die Wälder brannten. Ich kam aber zuletzt nicht mal auf einen einzigen Open-Air-Veranstaltungsabbruch wegen Regen pro Saison – früher waren es zwei pro Woche! Der Einfluss von Wasser-Lesungen auf das Wettergeschehen bleibt somit fraglich, falls es sich überhaupt noch um Wetter handelt und nicht um Klima.

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