Köln - Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff in zwei Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung und des Sozialhilfebetrugs. Außerdem prüft sie eine Anzeige wegen Prozessbetrugs durch eine angeblich gefälschte eidesstattliche Versicherung - hier gibt es aber noch kein Verfahren. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ulrich Bremer, am Montag der dpa in Köln. Wallraffs Anwalt Winfried Seibert sagte, sein Mandant werde mit den Ermittlern zusammenarbeiten: „Wir halten nichts zurück.“
Wallraff selbst wollte am Montag zu der Frage, ob die Vorwürfe seinen Ruf als Autor gefährdeten, zunächst nichts sagen. Wallraff („Ganz unten“) deckte in der Vergangenheit oft soziale Missstände auf. Zuletzt warf er dem Paketzusteller GLS unzumutbare Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne vor.
Mit den Ermittlungen wegen Sozialhilfebetrugs war nach Presseberichten vom Wochenende bereits gerechnet worden. Es geht um einen ehemaligen Mitarbeiter, der Wallraff vorwirft, ihn illegal beschäftigt, ihm Bezahlung vorenthalten und keine Sozialabgaben für ihn gezahlt zu haben. Wallraff selbst hatte die Vorwürfe bereits im Juli zurückgewiesen: Er habe dem Mann helfen wollen, ihn gelegentlich beschäftigt, aber nie fest angestellt und ihm auch kein monatliches Festgehalt bezahlt.

Überraschender ist ein zweites Verfahren, in dem es um den Vorwurf der Steuerhinterziehung gegen Wallraff selbst geht. Medienberichte, wonach es um Honorare gehe, die der Autor möglicherweise nicht ordnungsgemäß versteuert habe, bestätigte Bremer ausdrücklich nicht.

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