Berlin - In einer patriarchalen Gesellschaft ist es auch für den Qualitätsjournalismus nicht immer ganz einfach, Texte zu schreiben oder Interviews zu führen, die frei sind von sexistischen Klischees.

Im Zuge der US-Wahlberichterstattung schrieb die „Zeit“ zum Beispiel über die nächste First Lady der USA und beschrieb ihren Jobstatus, noch als Joe Biden Vizepräsident war, mit einer merkwürdigen Formulierung: „Dabei blieb sie beruflich unabhängig: Selbst als Second Lady unterrichtete ‚Dr. Biden‘ an einem sogenannten Community College.“ Warum aber die Anführungszeichen? Warum folgt die „Zeit“ nicht entweder der ungeschriebenen Medienregel und verzichtet gänzlich auf die Titelnennung oder lässt die Gänsefüße einfach gleich ganz sein? Stattdessen wird sich auf seltsame Weise von der Promotion von Jill Biden distanziert, ihre akademische Leistung verliert so an Wert.

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