Auch Ernst Jünger war in Arkadien: 1936 reiste er auf dem deutschen Passagierschiff „Monte Rosa“ nach Brasilien. Die aufstrebenden Metropolen und wuchernden Urwälder machten „mächtigen Eindruck“ auf ihn, mehr als alles, was er seit den Stahlgewittern des Weltkriegs erlebt hatte. Aber der distanzierte Beobachter, der Schönheit und Schrecken in eine marmorkalte Ästhetik und überzeitliche Archetypen zwingt, bannte mannhaft die „bösartig graziöse“ Sinnlichkeit, den „überwältigenden Lebenstrieb“ und das „matriarchale Element“ Brasiliens durch Sprachzauber. Das Gefährliche und Erregende an den bunten Phantasmen der Natur, notierte er, „liegt in ihrem jähen Einbruch, im Angriff auf das Bewusstsein; es wirkt in ihnen eine ungeheuerliche Macht, ein prunkvolles Aufgebot, das mit Blendung oder Beraubung des Verstandes droht. Und damit wächst mächtig die Versuchung, einzustimmen in diesen Wirbel von Dunkelheit und Lichtern, sich mit ihm zu vermählen, ganz in ihm aufzugehn. Doch ist es das Männliche des Geistes, das diesem Bildersturme standhält.“

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