Sonderbare Geschichten gehören zum Welterfolg von Haruki Murakami. Dass sich das Sonderbare inmitten unseres ganz „normalen“ Alltags zuträgt, ist dabei der Clou. Kurze Erschütterungen des Fundaments, die lange nachwirken. Der neue Erzählungen-Band „Erste Person Singular“ macht dieses Murakami-Prinzip vielfach deutlich. An mysteriösen Begegnungen und eigentümlichen Zufällen ist kein Mangel – und die Musik spielt dazu Klassik, Jazz und Beatles-Songs.

Umso reizvoller ist dieser Band, der durchweg aus der Ich-Perspektive erzählt, weil er zuweilen Züge des japanischen Literaturstars aufscheinen lässt. So wird vielfach darauf verwiesen, dass hier ein Schriftsteller das Wort ergreift; und ausdrücklich werden einige Murakami-Werke erwähnt. Eklatant deutlich wird der persönliche Aspekt in „Gesammelte Gedichte über die Yakult Swallows“, worin Murakami seine Liebe zum Baseball schildert: „Vielleicht wird sogar eine kurze Autobiografie daraus.“ Aber natürlich sollte man nicht den Fehler begehen, die Erste Person Singular immerzu mit dem Autor gleichzusetzen.

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