Berlin - Die Wogen schlagen hoch, seit Repräsentantinnen und Repräsentanten öffentlicher Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen unter dem Namen „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ einen breiten Diskurs über die „missbräuchliche Verwendungen des Antisemitismusvorwurfs“ eröffnet haben und sich dafür einsetzen, dass Künstler und Wissenschaftler, die die BDS-Bewegung und mithin den Boykott Israels unterstützen, weiter zu öffentlich finanzierten Auftritten eingeladen werden dürfen. Zugleich nehmen einige in der Initiative zusammengeschlossene Kulturschaffende die Definitionshoheit über den wirklichen, echten Antisemitismus für sich in Anspruch und setzen damit den Kampf gegen Antisemitismus, der nicht ihrem Verständnis entspricht, herab.

Ich bin hingegen der Auffassung, unser aller gemeinsames Ziel sollte, ja muss es doch sein, die Demokratie zu schützen und jede Form von Antisemitismus zu bekämpfen, ganz gleich, welcher Geisteshaltung er entspringen mag und ob er politisch rechts oder links geprägt ist, religiös motiviert ist oder aus der Mitte der Gesellschaft kommt. Es gibt keinen harmlosen Antisemitismus. Und ebenso wenig kann es einen wahren oder einen falschen Antisemitismusbegriff geben, ganz so, wie es nach Adorno auch nichts Richtiges im Falschen geben kann.

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