Für große Überraschungen war der Europäische Filmpreis noch nie wirklich bekannt, und auch am Sonnabend auf Malta, wo die Veranstaltung zu ihrem 25. Jubiläum erstmals stattfand, blieben sie weitgehend aus. Michael Hanekes „Liebe“, der im Mai schon in Cannes die Goldene Palme erhalten hatte, wurde zum besten Film gekürt, so wie es gemeinhin erwartet worden war.
Überhaupt war die österreichisch-deutsch-französische Koproduktion über ein pensioniertes Professorenpaar in Paris, dessen Liebe auf die Probe gestellt wird, als nach einem Schlaganfall der Frau die Unausweichlichkeit des Todes Einzug hält in ihre Ehe, der große Gewinner des Abends. Wie bereits vor drei Jahren mit „Das weiße Band“ setzte sich Haneke nicht nur in der Kategorie Bester Film durch, sondern erhielt auch den Preis für die Regie. Auch seine Hauptdarsteller Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant wurden von ihren Kollegen in der Europäischen Filmakademie als die besten des Jahres geehrt. Anders als ihr Regisseur waren die beiden nicht vor Ort im Mediterranean Conference Center, einem spektakulären, aus dem Jahr 1574 stammenden Gemäuer. Der unermüdliche Trintignant stand in Frankreich auf der Theaterbühne und meldete sich per Video zu Wort; Riva musste krankheitsbedingt zu Hause bleiben.

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