Potsdam - Paris war vor 1900 der Magnet russischer Künstler. Das geflügelte Wort „Einmal Paris sehen und dann sterben“, das viel später unter Künstlern aus der DDR zum sehnsüchtigen Seufzer wurde, stammt möglicherweise aus dieser Zeit. Hier begegneten die Maler Werken von Monet und Renoir. Sie ließen sich von den Themen und der Malweise französischer Impressionisten anregen. Elektrisches Licht, die Auslagen der Schaufenster und die Architektur der modernen Pariser Boulevards boten Motive malerischer Freiheit. Die Momente einer sinnlichen, dem Leben zugewandten modernen Welt im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten effektvoll festzuhalten, war ein Befreiungsschlag vom starren akademischen russischen Realismus.

Eine handverlesen von Ortrud Westheider und Alla Chilova kuratierte Ausstellung im Museum Barberini, die im derzeitigen Lockdown nur online erlebbar gemacht werden kann, widmet sich der bislang kaum erforschten Rezeption der in Frankreich kreierten Lichtmalerei und der dort etwas später mit leuchtenden Reinfarben experimentierenden Fauvisten um Vlaminck und Matisse in der russischen Kunstszene nach 1900. Sie zeigt anhand von 80 Werken aus Sammlungen wie der Tretjakow-Galerie die Internationalität der Bildsprache jener Zeit. So integriert sie die russischen Künstler von damals in die europäische Moderne.

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