Alleinsein, Einsamkeit, Abstandhalten, Meinungsvorsicht, Zweifel, Freude am Fragen, Schweigen, das sind die ersten Voraussetzungen, um zu schreiben“, sagte Friedrich Christian Delius 2011 in seiner Dankesrede zur Verleihung des Büchner-Preises. Dabei war der Abstand des spät Geehrten nicht ganz freiwillig gewählt. Eher zufällig, so schildert es Delius, war er als Teilnehmer der legendären Demonstration vor dem Amerika-Haus 1966 in Berlin in die Zuschauerrolle geraten.

„Als ich, der vorher mitdemonstriert hatte und nun vor weiteren Schritten zurückschreckte, stehenblieb und durch Aktionismus alles verraten sah und mich dabei ertappte, ein Zuschauer, nur ein Zuschauer zu sein, da kam mir, noch ehe schlechtes Gewissen sich breitmachen konnte, der befreiende Gedanke: Hier stehst du richtig, einer muss das beobachten, einer muss das vielleicht sogar aufschreiben irgendwann, und wer, wenn nicht du, der Prügeleien meidet, Gefahren ausweicht, kein Blut sehen kann.“

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