Das letzte iOS-Update legte iPhone-Nutzern ein ganz neues Werkzeug in die Hand: Mit der Anwendung „Bildschirmzeit“ lässt sich eben diese begrenzen, auch für die Kinder, die mit angemeldet sind. Man erfährt, was man mit dem Smartphone in den vergangenen 24 Stunden so angestellt hat. Das ist nicht immer schön.

Das erinnert ein wenig an die etwas scheinheiligen Ermahnungen zum verantwortungsvollen Genuss, die Hersteller alkoholischer Getränke ihrer Werbung anfügen. Wer wissen will, wie es Eltern halten, die selbst im Silicon Valley an ebenjenen Technologien arbeiten, die uns und unseren Kindern so verlockend erscheinen, wurde vor ein paar Tage in der „New York Times“ fündig: „Ich bin überzeugt davon, dass der Teufel in unseren Telefonen lebt und in unseren Kindern verheerende Schäden anrichtet“, lässt sich dort eine Facebook-Managerin zitieren. Ihren eigenen Kindern habe sie erst ab der neunten Klasse Smartphones erlaubt. Ihr Mantra laute: „Das letzte Kind in der Klasse, das ein Smartphone bekommt, gewinnt.

Der CEO einer Firma für Robotik vergleicht die Wirkung von Handys auf Kinder mit der von Crack: „Wir können sie nicht kontrollieren.“ Selbst Apple-Chef Tim Cook ließ neulich verlauten, dass er seinen Neffen nicht erlaube, Social Media zu benutzen. Und Steve Jobs hatte seinen Kindern iPads gleich kategorisch verboten.

Nein, ganz so streng bin ich nicht, und Sie wahrscheinlich ebenso wenig. Aber ich fürchte, hier kann man von Silicon Valley mal wieder nur lernen. Denn dort weiß man am besten, was man da in die Welt gesetzt hat.