Fantastic Negrito bei einem Fotoshooting.
Foto: Lyle Owerko

Der Anlauf war lang, doch der Sprung saß: Fantastic Negrito ging schon auf die 50 zu, als sein erstes Album erschien. Aber dafür bekam er für „The Last Days of Oakland“, so der Titel des 2016 erschienenen Debüts, umgehend einen Grammy – und für „Please Don’t Be Dead“, den Nachfolger zwei Jahre später, gleich noch einen. Gewonnen hat er beide Male in der Disziplin zeitgenössischer Blues, wobei sich auch mit seinem nun erscheinenden dritten Album „Have You Lost Your Mind Yet?“ nicht ganz erschließt, was damit gemeint sein soll: Er stürzt sich in die verschiedensten Traditionen und Varianten schwarzer Musik von Spiritual zu HipHop wie Onkel Dagobert in seinen Geldspeicher und wühlt darin herum wie ein Maulwurf. „Ich nenne meine Musik sowieso nur Black Roots Music“, strahlt er in einem lauten gelben Hemd aus dem Facetime-Fenster. „Als Afroamerikaner komme ich mir vor wie Rockefeller, meine Leute haben mir – und dir und der Welt – eine so reiche und fruchtbare musikalische Erde hinterlassen, dass ich nur ernten muss, was in diesem Garten wächst.“

Was seine Gewächse gemeinsam haben, ist der Groove – egal ob er Field Hollers oder Hard Rock einsetzt. Diesmal, sagt er, habe er den Funk stärker betont, von James Brown zu HipHop, von Soul zu Queen-Bombast, von singenden Bluessoli zu Glamrock. Im ersten Stück, „Chocolate Samurai“, treibt die schmurgelnde Hammondorgel einen Stevie-Wonder-Groove voran, während Negrito die Titelfrage des Albums stellt: „Auch schon verrückt geworden?“

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