Fatih Akin hatte einen Traum, und zwar den eines jeden Dokumentarfilmers: Die Aufdeckung eines Missstands kann eben diesen beseitigen, ihn umweltschonend entsorgen dank des demokratischen Mittels der Kunst. Spätestens seit „Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul“ kein Neuling im Genre, war Akins Gedanke zumindest vorschnell. Eine Lektion aus seinem neuen Dokumentarfilm „Müll im Garten Eden“ lautet: Je schneller eine Regierung ihre Beschlüsse fasst, zum Beispiel über Nacht und zugunsten einer Mülldeponie, desto langsamer laufen die Einspruchsverfahren. Es hat schon viele Proteste gegeben in Camburnu am Schwarzen Meer; manche davon waren gesungen oder getanzt, doch das Verhältnis der türkischen Regierung zur Kunst wie zur Demokratie ist bekannt. Die Protestierer halten sich also weiter die Nase zu und geben der Polizei höflich zu verstehen, das sei keine Vermummung!

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