Die Stiftung Bauhaus in Dessau hat, wie gemeldet, die Aufzeichnung eines vom ZDF organisierten Konzerts der mecklenburgischen Band Feine Sahne Fischfilet abgesagt. Sie reagierte damit auf Proteste aus der AfD sowie aus der CDU-geführten Landesregierung Sachsen-Anhalts, die monierten, dass die Band – bekannt für ihr Engagement gegen Neonazis und Rassismus – zwischen 2011 und 2014 vom Verfassungsschutz beobachtet worden sei. Die Stiftung Bauhaus teilte mit, man befürchtete Proteste.

Kultusminister Rainer Robra (CDU) unterstützte die Entscheidung von Direktorin Claudia Perren, es habe die Gefahr von Gewalttaten gegeben. Doch wächst die Kritik.

Behörden sollten für Sicherheit sorgen

Auf Anfrage der Berliner Zeitung teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit: „Es ist ein fatales Zeichen, wenn der Druck der rechten Szene kulturelle Angebote unterbindet. Die Sicherheitsbedenken der Stiftung Bauhaus Dessau und deren Sorge um die Unversehrtheit von Besuchern und Weltkulturerbe im Vorfeld des Bauhausjubiläums 2019 muss man ernst nehmen. Doch es wäre Aufgabe der Behörden in Sachsen-Anhalt gewesen, das Konzert zu ermöglichen und die Sicherheit zu gewährleisten – auch wenn die Band nicht jedem gefällt. Der Stiftungsrat wird sich mit dem Vorgang intensiv befassen müssen.“ Das BKM ist einer der Hauptfinanziers der Stiftung.

Jan Gorkow („Monchi“), der Sänger der Band, erklärte: Wenn die Absage politisch motiviert sei, „dann ist das in unseren Augen erbärmlich“. Gerhard Kämpfe, Intendant des Kurt-Weill-Festes Dessau, sagte dem MDR, er „habe immer dann Angst, wenn Kultur sich ducken“ müsse.