Der Förster stieg hinauf, holte das Kind herunter und dachte: „Du willst das Kind mit nach Haus nehmen …“

Als Tom Fundevogel zu uns kam, hatte ich sofort Lust, ein Kinderbuch nach seinem Vorbild zu illustrieren. Alles in diesem Gesicht ist eine Bildergeschichte wert. Jede einzelne Sommersprosse, die Haare überm Auge, die ruhigen Bewegungen, die zusammengepressten Lippen, die man lesen muss, um Witz von Zorn zu unterscheiden. Ich bin die Köchin, und während die anderen Gören schon längst kapiert haben, wie sie bei mir zum extra Käsewürfel oder Melonenstück kommen, da überlegt sich Tom ernsthafte Fragen, die ich beantworten soll. Ich habe keine Ahnung, warum er bei uns ist, außer dass er ein Fundevogel ist. Und ich sehe, dass er versucht, mit den Chaosexperten mitzuhalten. Also, was vorher nicht da war, das kann er bei uns studieren. Aber Nadine sagt, dass er diagnostiziert wurde. Zu langsam beim Hausaufgaben schreiben = Koordinationsschwierigkeiten = Ergotherapie machen. Na, ist ja wie bei Joker, denke ich. Beide klug, schlau, witzig. Nur einer extro-, der andere introvertiert. Beide könnten aufs Gymnasium, würden sie nicht so sehr mit Hausaufgaben gequält.

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