Sophie Charlotte Rieger
Foto:  Benjamin Pritzkuleit

Berlin - Es gab eine Zeit, da hat Sophie Charlotte Rieger Witze wie diesen gemacht: „Gib mal die Salzstreuerin rüber.“ Sie hat sich damit über Leute lustig gemacht, die an der Uni in Genderseminaren saßen. Damals studierte sie Nordamerika- und Lateinamerikastudien und Psychologie an der Freien Universität in Berlin. „Das Genderthema hat mich gekitzelt“, sagt sie. „Aber mit Sexismus in der Sprache konnte ich nichts anfangen.“ Vielleicht lag es daran, dass sie sich selbst nie diskriminiert gefühlt hat. „Ich hab mich gefragt: Was wollen die denn?“ Das ist lange her.

Heute gendert Sophie Charlotte Rieger selbstverständlich, auch wenn sie spricht. Sie macht dann eine kurze Pause zwischen der männlichen und weiblichen Endung: Etwa bei  Filmemacher_innen. Heute ist Sophie Charlotte Rieger die Filmlöwin. Das ist kämpferisch gemeint. Seit 2014 betreibt die 1982 in Berlin Geborene das gleichnamige, feministische Online-Filmmagazin. Erst allein, dann zusammen mit einem sechsköpfigen „Rudel“ betrachten sie Filme aus feministischer Perspektive – als einzige regelmäßig erscheinende Publikation in ganz Deutschland. In diesem Jahr organisierten sie dank Fördermitteln sogar eine queerfeministische Filmreihe in Berlin.

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