Mut zum Zweifel.
Foto: imago images/Seeliger

In einem seit einer kleinen Ewigkeit im Fernsehen ausgestrahlten Werbespot verkündet ein etwas streberhafter Jungmensch, er habe sich eine neue Matratze gekauft. „Hat mich ein Vermögen gekostet“, tut er einem Gleichaltrigen kund. „Aber Qualität hat halt ihren Preis.“

Wir ahnen, dass er am Ende dieser kleinen Unterredung der Verlierer sein wird. In der Welt der Werbung ist dies fast immer einer, der mehr bezahlen muss als andere. In der Konsumgesellschaft ist der Preis nun einmal das Maß der Dinge und die Schnäppchenjäger halten sich zugute, die Cleveren zu sein. In einem anderen Clip etwa geht es um den sogenannten Provisionsschmerz, der entsteht, wenn man für sich die falschen Haushaltsentscheidungen trifft. In dem Clip fasst eine Männerhand auf einen heißen Grill und eine Frauenhand greift in einen stacheligen Kaktus. Und das alles nur, weil sie sich die Gelegenheit entgehen ließen, eine zum Verkauf stehende Immobilie kostenlos über ein Internetportal bewerten zu lassen. Konsum schmerzt. Die kleinen Niederlagen beim Einkaufen werden auf diese Weise zu existenziellen Dramen stilisiert.

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