Festivalbesucher ruhen sich im Zelt aus.
Foto: Till Petersen

Haben Sie schon einmal versucht, auf dem Balkon oder auf dem Dach zu zelten? Vermutlich nicht, denn etwas ungewöhnlich ist es schon. Doch für das Streaming-Event „Festival für Festivals“ ließen sich Tausende solche heiteren Ideen einfallen. Am Wochenende kursierten im Netz eine Vielzahl von Fotos und Videos, die Menschen verschiedenen Alters beim Campen im Wohnzimmer, auf dem Balkon, im Garten oder auf dem Dach zeigten. Sie spielten alleine Beer Pong im Flur, bildeten mit Kuscheltieren eine Kloschlange und suchten im Nachbargarten nach „Heeeeeeelgaaaaa“. So, als wären sie auf einem richtigen Festival.

Dazu aufgerufen haben die Macher der Festival-Informationsplattform „Höme – Für Festivals“. Im späten Frühjahr starteten sie die bundesweite Initiative „Festival für Festivals“, die Geld für alle Festivals sammeln wollte, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden durften. 156 Veranstalter haben sich daraufhin gemeldet, ihre Zusammenkunft gipfelte nun vom 21. bis zum 23. August in dem gleichnamigen Streaming-Event – das vor allem mit popkulturellen Dokus, Live-Talks, Gewinnspielen und Auftritten warb. Wer sein Lieblingsfestival unterstützen wollte, konnte vorab ein Festivalbändchen kaufen. So, als ginge man auf ein richtiges Festival.

Dass diese Onlineaktion so gut angenommen wird, damit haben vermutlich nicht einmal die Veranstalter gerechnet. In einer WhatsApp-Gruppe tauschten sich rund 250 User aus, in die Festival-App wählten sich 4000 ein, 50.000 haben am Samstag die Livestreams auf der Webseite verfolgt – 10.000 Fotos, Texte und Videos wurden hochgeladen.

„Wir sind richtig baff“, schrieben die Macher auf ihrer Instagramseite  – und sprachen damit nicht nur für sich. Bei all den schönen Impressionen und der Möglichkeit an Interaktivität fühlte man sich selbst als stiller Beobachter endlich mal wieder wie bei einem richtigen Festival.