Auf dem Festival „Wilde Möhre“ tragen die Besucher alle Masken.
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GöritzDas Großartige an einem Festival ist doch meist die Tatsache, dass man dem Alltag mit all seinen Verpflichtungen, Normen und Regeln entfliehen kann. Duschen? Heute nicht. Bier zum Frühstück? Why not! Und wann spielt noch mal dieser eine bekannte DJ? Egal, erst mal wird gechillt.

Dieses eskapistische Verhalten ist während der Corona-Pandemie aber nur bedingt möglich. Das Ansteckungspotenzial ist bei Großveranstaltungen enorm. Besonders, wenn auf Hygiene nicht geachtet wird. Zahlreiche Festivals in Deutschland haben deswegen ihre Veranstaltungen abgesagt. Nur wenige wagen ein neues Konzept, wie etwa das Festival „Wilde Möhre“ in Göritz bei Drebkau. Am Wochenende ist es unter dem neuen Namen „Milde Möhre“ gestartet. Statt rund 8000 Menschen kamen diesmal aber nur 500 Besucher. Es sind zwar aktuell Großveranstaltungen mit bis zu 1000 Menschen im Land erlaubt, doch die Macher blieben bei einer kleineren Anzahl und dehnten das Festival dafür aus: Statt des mehrtägigen Techno-Events gibt es an fünf Wochenenden im August und September kleine Feriencamps mit Workshops, Theater und Vorträgen.

500 Besucher kamen zum Festival „Milde Möhre“.
Foto: imago images/Rainer Weisflog

Keiner will riskieren, dass die Veranstaltung abgebrochen wird

Damit die „Milde Möhre“ stattfinden kann, gelten auf dem Gelände wie überall Abstands- und Maskenregelungen. Eine Besonderheit ist, dass hier ein Ampelsystem vor der Bühne helfen soll – und das ziemlich raffiniert: Trägt jemand keine Maske, leuchtet ein gelbes Licht auf und die Musik  wird leiser. Fehlt die Mund- und Nasenbedeckung immer noch, blinkt das Licht rot und der DJ hört auf zu spielen.

Dass dieses Konzept funktioniert, hätten die Veranstalter laut dem Nachrichtenportal rbb24 bei den Generalproben gemerkt: An zwei Abenden fanden am selben Ort unter gleichen Hygienebedingungen Electro-Events statt – und keiner der Besucher wollte riskieren, dass die Veranstaltungen abgebrochen werden.

Weitere Infos zum Festival unter: www.wildemoehrefestival.de