Berlin - Vom Weltall aus gesehen, sieht die Erde wie eine Einheit aus, räsoniert die Erzählstimme an einer Stelle. Wie viel Hass infolge von Verschiedenheit es bei näherem Hinsehen gibt, zeigt „Man On Ground“.

Regisseur Akin Omotoso erzählt die Geschichte von Ade und Femi, zwei nigerianischen Brüdern, deren Wege sich trennten und die sich nach vielen Jahren nun in Johannesburg wiedersehen werden. Femi musste nach Südafrika fliehen, nachdem er als politisch aktiver Student in seiner Heimat gefoltert wurde. Aber auch sein Leben in den Elendsvierteln bleibt prekär. Ade konnte hingegen eine erfolgreiche Karriere als Banker in England starten. Nur widerstrebend folgt er nun der Einladung zur Hochzeit des Bruders und ist sauer, als dieser in Johannesburg nicht auftaucht. Femi wird verschwunden bleiben und seine alarmierte Verlobte bittet Ade zu bleiben und ihr bei der Suche zu helfen.

Düsterer Ton und Unbehaglichkeit

Die Exposition von „Man On Ground“ macht von Beginn wenig Hoffnung auf ein glückliches Familienfest. Vor allem durch eine unangenehme Geräuschkulisse angedeutete Folterszenen geben den düsteren Ton vor. Rasante Schnitte, dazu das Hin-und-Herspringen in Zeit und Raum erzeugen zusätzliche Desorientierung und ziemliche Unbehaglichkeit.

Dabei ist „Man On Ground“ durchaus ein stylischer Film. Omotosa arbeitet mit Zeitlupen, Zooms und wiederkehrenden symbolischen Bildern. Die von der Socke bis zur Wandfarbe in dezentem beige-grau gehaltene saturierte Welt von Ade wird von den staubig-ärmlichen Verhältnissen, in denen Femi lebt, sehr eindrücklich geschieden. Die Suche Ades nach seinem Bruder wird dann auch zur Erkundung einer mindestens in Europa wenig beachteten gesellschaftspolitischen Phänomen in Südafrika. In den Ballungszentren hat sich nämlich längst einer neuer Rassismus mit tödlichen Folgen Bahn gebrochen. Unterprivilegierte machen hier Jagd auf Flüchtlinge und Immigranten aus anderen Teilen Afrikas. Die Nachrichtenbilder im Abspann legen ein trauriges Zeugnis davon ab.

Man On Ground 17. 2.: 21.30 Uhr, CinemaxX 7; 18. 2.: 20.15 Uhr, CineStar 3; 19. 2.: 20.15 Uhr, Cubix 7 u. 8.