Unbekannte in den Gleichungen der Geschichte sind keine Überraschung. Im Fall des Johann Georg Elser gibt es gleich zwei davon: Wer war dieser Mann, der Hitler töten wollte am 8.November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller? Und wer könnten die Hintermänner dieses Attentats gewesen sein, das nur deshalb scheiterte, weil der Diktator den Ort des Geschehens dreizehn Minuten zu früh verließ? Dass Elser tatsächlich ein unbeschriebenes Blatt aus der schwäbischen Provinz und dass er darüber hinaus ein Einzeltäter war – beides konnten seine Peiniger von der SS nicht glauben. Ein Mann ohne Eigenschaften als Herausforderer des nationalsozialistischen Regimes, des „Führers“ selbst – dies war nicht allein für Hitlers Schergen, dies war auch für die spätere Geschichtsschreibung eine Zumutung.

Im Vergleich zu den Männern des 20. Juli 1944 ist Elser also ein Phantom der deutschen Historie geblieben. Doch dass er sehr wohl Eigenschaften besaß, führt nun eindrucksvoll der neue Film von Oliver Hirschbiegel nach einem Drehbuch von Fred und Leonie-Claire Breinersdorfer vor Augen. Ein Einzelgänger in einer Zeit der Gleichschaltung war Elser sehr wohl, aber aus dem gesellschaftlichen Nichts kam er keineswegs.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.