Natürlich sind sie hinreißend, wie sie so blinzelnd und tölpelhaft aus dem Eingangsloch des Stalls ins Freie hinaustorkeln. Einen Wurf von etwa zehn Ferkeln hat die Muttersau auf die Welt gebracht, einen wuselnden Haufen. Drinnen im Stall balgen die kleinen, anfangs noch glibberigen Leiber um die Zitzen des prallen Gesäuges, jedes Ferkel ist sich selbst am nächsten.

So nah war man dem Anfang eines Schweinelebens noch nie, und wie jede Geburt war auch diese blutig. Dunkle Flecken auf dem Stroh zeugen davon. In Farbe hätte das Auge eine Weile mit dem vielen Blut zu tun. In Schwarz-Weiß aber richtet es sich ausschließlich auf die junge Schweinefamilie. Um seine Produzenten von der Entscheidung für Schwarz-Weiß zu überzeugen, hatte ihnen Regisseur Victor Kossakovsky sogar Sequenzen in Farbe vorgelegt, und er ging noch weiter: Keine Musik, keine Erzählerstimme, keine Dialoge. Kossakovsky sieht darin nur Störung, Ablenkung, Begleiterscheinungen eines Geschichtenerzählens, wie er es ablehnt. „Aquarela“ von 2018, seinen Dokumentarfilm über die gewaltigen Erscheinungsformen des Wassers, orchestrierte noch massiver Heavy Metal.

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