Vom weltenbedrohenden Superschurken bis zur lächerlich trashigen Feenprinzessin ist es oft nur ein winzig kleiner Schritt. Davon kann man sich derzeit auf die herrlichste Weise in dem Animationsspektakel „Ich – Einfach unverbesserlich 2“ überzeugen. Eben noch war er der von allen gefürchtete Mondklauer Gru. Nun hat sich der blasse, hyperintelligente Großkriminelle mit dem heftigen osteuropäischen Akzent offensichtlich gut in seinem geläuterten Leben mit den drei Adoptivtöchtern Margo, Agnes und Edith eingerichtet.

Mehr noch: Er hat sein Dasein vollkommen auf das Wohlergehen der drei ehemaligen Waisen ausgerichtet. Statt Massenvernichtungswaffen entwickelt er im Kellerlabor mit Hilfe seiner zahllosen Minion-Gehilfen neuerdings Marmelade. Und wenn die bestellte Fee zum Kindergeburtstag nun mal nicht auftaucht, schlüpft der nicht gerade schlanke Gru eben selbst in das rosafarbeneRüschenkostüm mit der blonden Perücke und wird so zu Grusinkabell. Die Leidensfähigkeit des Mannes ist anbetungswürdig, nicht von ungefähr belagern ihn die unverheirateten Nachbarinnen. Wahrscheinlich würde das mit der totalen Selbstaufgabe irgendwann schief gehen, aber da stöckelt auch schon die patente Agentin Lucy Wilde in seinen Vorgarten. Die AVL (Antiverbrechensliga) braucht den Experten fürs Böse dringend in einem alarmierenden Fall von Laborklau. Ein Unbekannter hat ein Serum erbeutet, mit dem man jedes noch so friedliche Wesen in eine reißende Bestie verwandeln kann und droht damit – ganz genau, denn darauf läuft es ja eigentlich immer hinaus –, die Welt unter seine Herrschaft zu zwingen.

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