Zu den Konzerten im 1981 gegründeten Leningrader „Rock-Klub“ wurden nur so viele Gäste eingelassen, wie Stühle vorhanden waren. Wer auffällige Kleidung trug oder sich ungehörig betrug, war ohnehin chancenlos. Während der Konzerte patrouillierten Ordner durch die Sitzreihen und sortierten jene Zuhörer aus, die sich zu begeistert im Takt wiegten oder sonst irgendwie aus der Reihe tanzten.

Für die Musiker auf der Bühne herrschten ähnlich strenge Reglementierungen: Die einzelnen Stücke mussten mitsamt der Texte vorher eingereicht werden. Provokationen jeder Art waren selbstverständlich untersagt. Abweichungen von den Auflagen konnten die Karrieren für immer verbauen – oder weitaus Schlimmeres auslösen. Dass der KGB im Gebäude des Klubs eigene Büros unterhielt, war allgemein bekannt. Und doch drängelten sich zu jeder Show Aberhunderte Jugendliche am Einlass. Der „Rock-Klub“ war für sie eine der begehrtesten Adressen in der gesamten Sowjetunion. Denn nur hier ließen sich beliebte Bands hautnah erleben.

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