Til Schweigers neuestes Werk ist ein Thriller mit dem Titel „Schutzengel“, in dem Schweiger einen ehemaligen Elite-Soldaten spielt, der für das Zeugenschutzprogramm arbeitet. Er muss ein Waisenkind, das als Kronzeugin aussagen soll, beschützen – mit der Knarre in der Hand und mit einem Veteranen-Kumpel an der Seite, der in Afghanistan seine Beine verlor und seither auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Im September kommt der Film in die Kinos.

In einem dreiminütigen Trailer, der vorab in den Kinos läuft und auch im Internet zu sehen ist, werden die Bundeswehrsoldaten zu willigen PR-Kameraden gemacht. Til Schweiger hat sie in Afghanistan besucht.

In Masar-i-Sharif zeigte er in diesem Sommer dreimal seinen Film, besuchte eine Gedenkstätte für Gefallene und schaute sich gemeinsam mit 500 Soldaten das EM-Fußballspiel Deutschland-Griechenland an. „Wie wir die Griechen weggehauen haben, Mann!“, erzählte Schweiger später der Bild-Zeitung und schwärmte von den Soldaten: „Sie saßen auf ihren Panzerwagen und jubelten. Das war super. Das werde ich nie vergessen.“ Das Feedback der Soldaten zu seinem Film habe ihn „wahnsinnig glücklich gemacht“, so Schweiger.

Superlative wie aus der Pistole geschossen

Und einen tollen Trailer für den „Schutzengel“-Thriller konnte man auch natürlich daraus machen, so dass beide Seiten, die Bundeswehr und der Filmverleih Warner Bros. etwas davon haben. Zumal die Superlative bei den Soldaten wie aus der Pistole geschossen kommen. Ein „Super Highlight“ sei der Film gewesen: „Voll die Abwechslung“, „Gänsehaut gekriegt“, „Das geht einem ans Herz“, „So muss ’ne Heldengeschichte sein“, „Geht ganz tief“, „sehr real“, „sehenswert“, „wertvoll“. Der Film von Schauspieler/Regisseur Schweiger sei nicht nur „Knall-Bumm-Peng“, „nicht nur sinnloses Geschieße“, loben die Soldaten. Da werde auch eingegangen „auf die Gefühlswelt von Soldaten im Einsatz“.

Til Schweiger selbst diente übrigens nur kurz bei der Bundeswehr. Anfang der 80er Jahre wechselte er nach der Grundausbildung zum Zivildienst – als Krankenpfleger. In der ARD-Serie „Lindenstraße“ spielte er Anfang der 90er einen Bundeswehrsoldaten, der in der Pilotenausbildung scheitert. Inzwischen gibt er auf der Kinoleinwand den Rambo von nebenan und im richtigen Leben den grinsenden Frontunterhalter mit Ray-Ban-Brille. So vielseitig verwendbar wie die Truppe.