Szene aus „Als wir tanzten“: Im Zentrum ist Merab, gespielt von Levan Gelbakhiani.
Foto:  Salzgeber

Georgien gehörte jahrzehntelang zur Sowjetunion. Der 3,7-Millionen-Einwohner-Staat an der Nahtstelle zwischen Asien und Europa ist jedoch Jahrhunderte älter. Seit dem Ende des Sozialismus versucht er, die eigene Kultur zu fördern. Wie das in der Literatur aussieht, war etwa vor zwei Jahren zu beobachten, da sich Georgien als Gastland der Frankfurter Buchmesse präsentierte. Wie der traditionelle Tanz aussieht, zeigt ein Film, der in Cannes 2019 für Furore sorgte und jetzt endlich auch in den deutschen Kinos läuft: „Als wir tanzten“.

Der Film von Levan Akin hat wegen seiner schwulen Helden ein Konfliktpotenzial, das weit über herkömmliche Auffassungen von Tanz hinausläuft. Man kann in ihm und an den Reaktionen auf ihn deutlich erkennen, was passieren kann, wenn an den Mauern einer geschlossenen Gesellschaft geklopft wird. Ältere Zuschauer mit DDR-Hintergrund werden sich da an den Defa-Film „Coming Out“ erinnern. Für dessen Realisierung musste der Regisseur Heiner Carow jahrelang kämpfen. Ausgerechnet am 9. November 1989 erlebte er seine Uraufführung und markierte damit gleich einen doppelten Aufbruch.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.