Dies ist der Herbst des ehelichen Misstrauens. Nach David Finchers „Gone Girl“ kommt nun, ebenfalls eine Romanverfilmung, „Ich.Darf.Nicht.Schlafen.“ von Rowan Joffe ins Kino. Und so wie der Roman von S. J. Watson zwei Nummern schlichter ausgefallen ist als der von Gillian Flynn, so verhalten sich auch die Filme zueinander: „Ich darf nicht schlafen“ ist in seinen Voraussetzungen konstruierter als „Gone Girl“, aber im Ablauf glatter und schneller, weniger raffiniert und hintergründig. Konnte man in den Wendungen und Twists von „Gone Girl“ die Zeichen eines allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Misstrauens erkennen, so beschränkt sich „Ich darf nicht schlafen“ auf die Abgründe, die zwischen zwei Menschen lauern

Christine (Nicole Kidman) erwacht jeden Morgen im Glauben, sie sei Anfang 20, erkennt den Mann neben sich im Bett nicht und sieht beim Blick in den Badezimmerspiegel eine wesentlich ältere Frau. Jeden Morgen erzählt Ben, der Mann im Bett (Colin Firth), dass er ihr Gatte sei, dass sie einen Unfall hatte und jeden Tag nach dem Schlafen den ganzen vorigen Tag vergessen hat. Und jedesmal fragt sie, ob er ihr das jeden Tag erklären würde. Das traurige und mitleidende Gesicht von Colin Firth scheint zu sagen, dass er es seit Jahren tut.

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