Das Fernsehfilmfestival Baden-Baden wirkt manchmal ein bisschen wie aus einer anderen Zeit: Vier Tage lang trifft sich die Branche im nostalgischen Ambiente des legendären Kurhauses. Und der mit leichter Patina behafteter Glamour des einstigen Weltbades könnte auch gut zu einem Medium passen, das sich angesichts neuer digitaler Herausforderungen und Bedrohungen gern in Selbstbeweihräucherung flüchtet. Doch davon konnte beim 23. Durchgang des von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste getragenen Festivals keine Rede sein.

Denn neben den Filmen an sich stehen auch immer die Produktionsbedingungen und aktuelle Fragen wie der Konflikt ums Urheberrecht zur Diskussion. Filmmusik-Legende Klaus Doldinger, dieses Jahr fürs Lebenswerk mit dem Hans-Abich-Preis geehrt, rief bei der Preisverleihung am Freitagabend sogar zur Bildung einer „gemeinsamen Front aus Textdichtern, Musikern und Journalisten“ auf. Es könne nicht sein, „dass jemand, um einen Dollar im Netz zu verdienen, tausende Klicks braucht“, rief Doldinger mit erhobener Faust – und spielte dann begnadet Saxophon.

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