Krisen? Welche Krisen? Für den Besucher wirkt San Sebastian wie eine Insel der Glückseligen. Die Straßen sind herausgeputzt, die Geschäfte edel, die Menschen kultiviert. ISIS, Ebola, Ukraine- und die immer noch nicht überstandene Eurokrise - an kaum einem anderen Ort Europas scheinen solche Schreckensbegriffe entfernter. Am spektakulär schönen Stadtstrand wird Ende September noch gebadet, Surfer tragen barfuß ihre Bretter durch die Altstadt, in deren Bars und Restaurants die Theken überquellen mit Köstlichkeiten.

Man muss schon ins Kino gehen, um das Elend der Welt präsentiert zu bekommen. Die Traumatisierten, die Entwurzelten, die Entrechteten waren beim 62. Internationale Filmfestival von San Sebastian zahlreich auf der Leinwand vertreten. Illegale chinesische Flüchtlinge auf dem gefährlichen Weg übers Meer nach Südkorea etwa in Shim Sung-bos "Haemu" oder ausgezehrte pakistanische Babys in Danis Tanovics "Tigers", eine allzu manipulative Anklage gegen den globalisierten Kapitalismus.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.